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Holz ölen

Wenn Du die Holzoberfläche Deiner Möbelstücke pflegen und gleichzeitig schützen möchtest, ist die Behandlung mit Holzöl eine gute Option. Durch das Öl wird die natürliche Maserung des Holzes betont, während es die Holzoberfläche gleichzeitig schützt. Aber Achtung: Nicht alle Öle eignen sich zur Behandlung von Holz. Speiseöle wie z.B. Sonnenblumen- oder Olivenöl trocknen nicht und sind für die Pflege von Holz ungeeignet. Wir erklären Dir hier, worauf Du bei der Auswahl von Holzöl achten solltest und wie Du Deine Möbelstücke richtig ölst.

Wirkung von Holzöl

Holzöl hat eine geringe Viskosität und dringt beim Auftragen direkt in das Holz ein, ohne dabei eine Schicht auf dem Holz selber zu bilden – das Öl schützt das Holz so zu sagen von innen heraus. Da die Oberfläche durch das Öl nicht versiegelt wird, wie beispielsweise bei Lacken, kann das Holz Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben ohne durch die Feuchtigkeit Schaden zu nehmen. Diese Eigenschaft ist besonders wichtig für Holzoberflächen, die regelmäßig Feuchtigkeit ausgesetzt sind, z.B. Küchenarbeitsplatten, Balkonmöbel oder Holz Möbelstücke in Badezimmern.

Vorteile von Holzöl gegenüber Lack, Lasur & Co

Das Auftragen von Holzöl bringt viele Vorteile mit sich. Allen voran die Haptik und Optik: geölte Holzoberflächen fühlen sich beim darüber streichen natürlich und samtig an, als sei die Holzoberfläche unbehandelt.
Im Gegensatz zu Lacken und Lasuren bildet das Öl keine Schicht auf dem Holz, sonder dringt tief in die Struktur ein und schützt es von innen. Auch die natürliche Optik der Holzoberfläche wird betont, denn Öl hat die positive Eigenschaft, die Maserung des Holzes hervorzuheben und das Holz matt glänzen zu lassen. Soll Deine Oberfläche jedoch stark glänzen, musst Du zu einem Lack greifen.

Neben Optik und Haptik bietet Holzöl den Vorteil, dass es das Holz atmen lässt und aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgegeben werden kann, bevor das Holz zu quellen beginnt. Gerade deshalb sind Öle für Bereiche zu empfehlen, in denen die Holzoberfläche Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Im Gegensatz zu Ölen bilden Lacke eine schützende Schicht auf dem Holz, durch die bei Beschädigung Wasser eindringen kann und unschöne Unebenheiten und weitere Risse im Lack entstehen. Für die Behandlung von Küchenarbeitsplatten oder Badezimmerschränken aus Massivholz empfiehlt sich deshalb eine Behandlung mit Öl gegenüber dem Schutz durch Klarlack, sofern die Sichtbarkeit der Holzstruktur gewünscht ist. Doch Öl schützt nicht nur vor Feuchtigkeit, sondern auch vor Austrocknung und somit vor Rissbildung.

Auch die Arbeit mit Holzöl ist unkompliziert und angenehm im Gegensatz zu Lacken und Lasuren. Holzöle sind flüssiger und können zügig mit einem Lappen oder einem Pinsel auf der Holzoberfläche aufgetragen werden. Da das Öl schnell in die Oberfläche einzieht, erhält man ein ebenes und gleichmäßiges Arbeitsergebnis, ohne dabei die Bildung von “Lacknasen” (überschüssiger getrockneter Lack) zu riskieren, die dann aufwendig abgeschliffen werden müssen. Überschüssiges Öl kann einfach mit einem Tuch abgenommen werden und hinterlässt keine sichtbaren Ränder. Selbst wenn viele Lacke und Lasuren bereits aromatenfrei angeboten werden, so ist doch hervorzuheben, dass Öle im Gegensatz zu Lacken und Lasuren geruchsarm sind und sogar angenehm und natürlich riechen. Gerade bei der Arbeit in geschlossenen Räumen ein Pluspunkt.
Holzöl ist sehr ergiebig und häufig benötigt man nicht den gesamten Inhalt des Eimers. Im Gegensatz zu Lacken und Lasuren sind Reste bei Holzöl kein Problem. Wenn Du es luftdicht verschließt hält es sich bis zu vier Jahren und kann problemlos immer wieder verwendet werden.

Fazit: Holzöle sind ideal für alle, die die natürliche Optik und Haptik von Holzoberflächen schätzen und hervorheben möchten. Öle schützen Holzmöbel optimal vor Feuchtigkeit und Austrocknung. Dabei sind sie angenehm und unkompliziert aufzutragen.

Vorteile von Holzöl Nachteile von Holzöl

Natürliche Haptik
Maserung des Holzes wird betont
Schutz vor Feuchtigkeit
Schutz vor Austrocknung und Rissbildung
Unkompliziertes Auftragen
Geruchsarm
Lange Haltbarkeit nach erstem Öffnen

Regelmäßiges Auffrischen erforderlich
Eingeschränkte Farbauswahl

Geöltes Akazienholz
Geöltes Bambus Sideboard
Geölte Eichenholztheke

Welches Öl benutze ich wann?

Der Standort Deines Möbelstücks bestimmt das Holzöl, das Du für die Oberfläche verwenden solltest. Für die jeweiligen Holzöl Typen gibt es klare sowie pigmentierte Öle, die das Holz färben, jedoch die Maserung nicht überdecken. Ein transparentes Öl dunkelt die Holzoberfläche leicht nach. Je nach Holzart, findest Du im Baumarkt oder Internet Spezialöle, beispielsweise für Bangkirai oder Kiefernholz. Folgend findest Du einen Überblick, für welchen Anwendungsbereich Du welches Öl verwenden kannst.

Holzöle für Gartenmöbel & Terrassen

Gartenmöbel und Holzterrassen sind Witterungen besonders stark ausgesetzt. Bei der Auswahl des Holzöls für den Außenbereich solltest Du darauf achten, dass das Öl einen zusätzlichen Schutz vor UV-Einstrahlung sowie biozide Wirkstoffe enthält, die das Holz vor Schimmel und Blaufäule schützen (z.B. von Bondex oder von Osmo). Durch das Ölen wird das Holz zusätzlich vor Austrocknung und damit einhergehender Rissbildung geschützt. Damit Terrassendielen und Möbel lange schön bleiben, sollten sie einmal im Jahr mit einem Holzöl behandelt werden.

Holzöle für Gartenmöbel und Terrassen

Achte beim Kauf auf Hinweise zu UV-Schutz und Schutz vor Schimmelpilzbefall

Holzöle für Möbel im Innenbereich

Für Möbel im Innenbereich eignet sich Leinöl besonders gut. Bei der Behandlung mit Leinöl greifst Du auf ein 100% Naturöl ohne Zusatzstoffe zurück. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ölen, die wir aus der Küche kennen, härtet Leinöl aus, wenn es mit Sauerstoff in Verbindung kommt. Wenn Du das Leinöl aufträgst, dringt es tief in die Holzoberfläche ein und härtet dort aus, sodass es das Holz vor Feuchtigkeit schützt und es gepflegt aussehen lässt. Neutrales Leinöl benötigt bis zu acht Tage zum Trocknen, deshalb wird Leinöl häufig gekocht in Baumärkten angeboten (z.B. von Nordicare). Das mehrfache Kochen des Öls führt zu einer verkürzten Trocknungszeit. Viele Hersteller mischen dem gekochten Leinöl Zusatzstoffe bei, die den Trocknungsvorgang zusätzlich beschleunigen. Eine Oberflächentrocknung kann so schon nach sechs Stunden erreicht werden. Dieses Leinöl wird als “Leinöl Firnis” bezeichnet (z.B. von OLI Natura).

Holzöle für Küchenarbeitsplatten & Esstisch

Küchenarbeitsplatten aus Massivholz sind besonders hochwertig und ein echter Hingucker. Da gerade in der Küche die Beanspruchung der Holzoberfläche durch Feuchtigkeit, Hitze, chemische Putzmittel und mechanische Einwirkungen, wie das Schneiden mit einem Messer, besonders hoch ist, sollte für die Arbeitsplatte in der Küche ein spezielles Arbeitsplattenöl verwendet werden. Arbeitsplattenöle sind meist zusätzlich mit Harzen (z.B. Öl von F. Herz) oder Wachs (z.B. Öl von Clou) angereichert, die eine schmutz- und wasserabweisende Schicht auf der Holzoberfläche bilden. Das Holz bleibt dabei atmungsaktiv und glänzt matt.
Achte beim Kauf von Arbeitsplattenölen auf den Hinweis “lebensmittelecht” um sicher zu gehen, dass der Kontakt mit Lebensmitteln unproblematisch ist. Häufig wird auch zu Tungöl bzw. chinesischen Holzöl geraten, welches ebenfalls eine widerstandsfähige Schicht bildet, jedoch sprechen die lange Trocknungszeit sowie der strenge Geruch in unseren Augen gegen eine Verwendung. Um die Lebensdauer von massiven Holzarbeitsplatten zu steigern solltest Du Deine Arbeitsplatte bis zu drei Mal pro Jahr mit einem Öl behandeln.

Lebensmittelechte Holzöle für Küchenarbeitsplatten

Achte beim Kauf von Arbeitsplattenöl auf den Hinweis “Lebensmittelecht”

Holzöle für Parkett & Treppenstufen

Parkett und Treppenstufen sind einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt und sollten regelmäßig mit Ölen gepflegt werden, damit sie langlebig und widerstandsfähig bleiben. Für die Behandlung von Parkett und Treppenstufen bieten sich Hartwachsöle an. Bei Hartwachsölen dringt das Öl in die Holzoberfläche ein und schützt das Holz von innen heraus vor Feuchtigkeit. Das Wachs bildet zusätzlich einen schützenden Film auf der Holzoberfläche – trotzdem bleibt das Holz atmungsaktiver im Vergleich zu einem mit Lack versiegeltem Boden. Ein mit Hartwachsöl geölter Boden ist kaum anfällig für Wasserflecken. Da das Hartwachsöl im Innenraum verwendet wird, solltest Du ein lösemittelfreies Produkt verwenden, welches gesundheitlich unbedenklich ist (z.B. von Contura). Damit Dein Parkett bzw. Deine Treppe lange schön bleibt, sollte, je nach Abnutzung, alle ein bis zwei Jahre ein Hartwachsöl aufgetragen werden. Wir benutzen zusätzlich ein Parkettpflegemittel (von Pallman Magic Oil Care, s. Link), welches in das Wischwasser gegeben wird und nachfettend wirkt.

Holzöl für Kinderspielzeug

Holzspielzeuge werden in den Mund genommen und stark beansprucht. Ideal ist die Behandlung und gegebenenfalls das Färben mit Holzöl, denn es dringt tief in das Holz ein und imprägniert es ohne mit der Zeit abzublättern und so ungewollt in Kinderhände-oder münder zu gelangen. Vor allem die Verwendung von Leinöl ist ein zu 100% natürlicher Schutz. Achte bei der Auswahl des Holzöls für Kinderspielzeug auf die folgenden Hinweise auf der Verpackung:

  • Eignung für Kinderspielzeug (DIN EN 71-3)
  • Speichel- und schweißecht (DIN 53160)
  • Lösemittelfrei
  • Lebensmittelecht
Das Leinöl-Firnis von OLI-Natura eignet sich beispielsweise gut für das Ölen von Holzspielzeugen.

Beispiele für Siegel, die die Kindersicherheit von Ölen nach DIN EN 71-3 darstellen

Beispiele für Siegel: Öle für Kinderspielzeug

Holzmöbel richtig ölen: Schritt für Schritt erklärt

Für das Ölen benötigst Du:

Benötigtes Material für das Ölen eines Holztisches

Material zum Ölen von Holzoberflächen
  1. Holzoberfläche vorbereiten
    Säubere die Holzoberfläche mit einem feuchten Tuch. Sollten Fettflecken, z.B. durch Fingerabdrücke, zurückbleiben, kannst Du diese mit einem Entfetter/Anlauger entfernen. Trage den Entfetter auf, lasse ihn nach Verpackungsanweisung einige Minuten einwirken und wische dann erneut mit einem Tuch über die Holzoberfläche. Falls das Möbelstück aus Nadelholz gebaut wurde, prüfe, ob Harz an der Oberfläche austritt. Sollte dies der Fall sein, kann das Harz mit einem Nitroverdünner entfernt werden.
  2. Alte Anstriche von Holzoberfläche entfernen
    Sollten auf dem Holz Lasur- oder Lackreste vorhanden sein oder die Oberfläche stark angegriffen sein, solltest Du mit einem groben Schleifpapier Farb-und Schmutzreste entfernen. Bei z.B. einer gewachsten Tischoberfläche kannst Du mit einem P40er Schleifpapier die Wachsschicht abtragen und dann mit einem P80er Schleifpapier fortfahren. Eine detaillierte Anleitung findest Du hier. Bei großen Flächen wie z.B. einem großen Esstisch, lohnt es sich einen Exzenterschleifer zu benutzen, da dies gegenüber dem manuellen Schliff mit dem Schleifklotz viel Zeit spart. Falls Du keinen besitzen solltest, können Exzenterschleifer im Baumarkt günstig geliehen werden. Wie man mit einem Exzenterschleifer richtig schleift erfährst Du hier.

    Alte Anstriche von Holzoberfläche entfernen

    Entferne alte Anstriche zunächst mit P40/ P80 Schleifpapier
  3. Holzoberfläche Anrauen

    Wenn die Oberfläche zuvor bereits geölt war oder das Holz noch unbehandelt ist, kannst Du es mit einem feineren Schleifpapier (P120) anrauen.

    Holzoberflaechen vor dem Oelen anrauen

    Raue die Holzoberfläche mit P120er Schleifpapier an
  4. Holzoberfläche Nässen und mit P180er Schleifpapier schleifen
    Nässe das Holz mit einem feuchten Baumwolltuch oder einem Schwamm. Die Feuchtigkeit bewirkt, dass sich nach ca. einer Stunde die Holzfasern aufstellen und optimal abgeschliffen werden können. Nutze für den finalen Schliff ein P180 Schleifpapier. Nach dem letzen Schliff sollte sich die Holzoberfläche samtig und einheitlich eben anfühlen.

    Nach dem Schleifen wird die Holzoberfläche angefeuchtet

    Nach dem Nässen stellen sich die Holzfasern auf
  5. Holzoberfläche säubern
    Sauge die frisch geschliffene Holzoberfläche ab und wische noch einmal mit einem trockenen Baumwolltuch darüber, um losen Holzstaub vollständig zu entfernen.
  6. Holz ölen
    Schüttel oder rühre das Öl gut auf und fülle es in ein Schälchen um. Tunke Tuch oder Pinsel in das Öl und streiche es in Richtung der Maserung auf die Holzoberfläche. Das Holz sollte nach dem vollständigen bestreichen feucht aussehen. Auf Stellen die das Öl bereits vollständig aufgesogen haben kannst Du noch einmal Öl auftragen.

    Oel mit einem Baumwolltuch in Richtung der Holzmaserung auftragen

    Trage das Öl in Richtung der Holzmaserung auf
  7. Ölreste abnehmen und Arbeitsmaterial reinigen

    Nach ca. einer Stunde kannst Du überschüssige Ölreste mit einem Tuch abnehmen, um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden. Wichtig: Öl ist leicht entzündlich, deshalb müssen benutzte Lappen und Pinsel unmittelbar nach Gebrauch ausgewaschen werden! Das Öl kann luftdicht verschlossen und bis zur nächsten Verwendung verwahrt werden.

    Überschüssiges Öl muss von der Holzoberfläche entfernt werden

    Entferne überschüssiges Öl mit einem Baumwolltuch
  8. Öl aushärten lassen

    Die Trocknungsdauer von Öl variiert je nach ausgewähltem Produkt. Beachte deshalb die Hinweise auf der Verpackung. Wenn Du eine zweite Ölschicht auf Deinem Möbelstück auftragen möchtest, kannst Du dies in der Regel schon am Folgetag tun. Beachte beim einem zweiten Auftragen, dass Du etwas weniger Öl verwenden kannst. Vollständig ausgehärtet ist das Öl nach vier bis vierzehn Tagen (z.B. Leinöl Firnis).

    Vergleich von unbehandeltem Holz, frisch geöltem Holz und ausgehärtetem Holzöl

    Holz Ölen: Vergleich von unbehandeltem und geöltem Holz

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