Anleitung: Holz richtig schleifen mit Schleifblock und Schleifpapier

Vor der Behandlung von Holz mit Ölen, Lacken oder Lasuren sollte die Oberfläche möglichst glatt sein, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen. Durch das Schleifen mit Schleifpapier wird das Holz außerdem eben und lässt sich gut greifen – es lohnt sich also ein wenig Zeit in die Vorbereitung zu investieren. Es gibt auch Schleifmaschinen, mit denen die Arbeit schneller und einfacher geht, doch für kleinere DIY Projekte lässt sich die Arbeit auch gut mit einem Schleifklotz und etwas Schleifpapier per Hand erledigen. Das benötigte Material kannst Du günstig in jedem Baumarkt kaufen. Achte beim Kauf des Schleifpapiers auf die Qualität – wenn Du mit dem Finger über das Papier kratzt sollte es sich scharf anfühlen und die Körnung darf sich nicht lösen. Es macht Sinn etwas mehr zu investieren und ein Markenprodukt zu kaufen, damit Du das Schleifpapier für eine größere Fläche verwenden kannst – das rechnet sich.

Holz richtig schleifen: Benötigte Hilfsmittel

Zum richtigen Schleifen von Holz benötigst Du folgende Hilfsmittel:

  • Schwamm zum Nässen des Holzes
  • Kork- oder Holzhandschleifer, auch Schleifklotz genannt (z.B. von Bosch)
  • Schleifpapier Körnung 80 – grob (z.B. von Wolfcraft)
  • Schleifpapier Körnung 120 – mittel (z.B. von Wolfcraft)
  • Schleifpapier Körnung 180 – fein (z.B. von Wolfcraft)
  • Ggf. Schleifpapier Körnung 240 – sehr fein (z.B. von Wolfcraft)
  • Schraubzwingen zur Fixierung des Werkstücks
  • Kleine Holzstücke als Unterlage beim Fixieren des Werkstücks
  • ggf. zwei Böcke, auf denen das Holz abgelegt wird (alternativ kannst Du auch einen Tisch nutzen)
  • Staubsauger zum Absaugen des Schleifstaubs

Holz richtig schleifen: So gehst Du vor

Geschliffen wird in vier bis fünf Schritten von grob zu fein oder sehr fein. Wichtig ist, dass Du immer die gesamte Holzplatte gleichmäßig schleifst und punktuelles Schleifen vermeidest, damit keine Unregelmäßigkeiten entstehen. Nach der Behandlung mit beispielsweise Lasuren fallen Unregelmäßigkeiten besonders auf. Ist das von Dir gekaufte Holz bereits sehr glatt, kannst Du mit einer 180er Körnung beginnen.
Bevor es losgeht noch zwei Hinweise: Besonders vorsichtig solltest Du beim Schleifen von furniertem Holz sein. Das Furnier ist häufig sehr dünn und man läuft beim Schleifen Gefahr, Löcher in das Furnier zu schleifen, sodass das Trägermaterial sichtbar wird. Achte auch darauf, dass Du nicht zu viel Druck auf die Kanten des Holzes ausübst, damit die Kanten beim Schleifen nicht ungewollte beschädigt werden.

So gehst Du beim Schleifen von Holz zur Vorbehandlung Deines Werkstücks vor:

  1. Arbeitsplatz vorbereiten
  2. Arbeitsbereich vorbereitenSorge für ausreichend viel Platz, um das Holz gut von allen Seiten erreichen zu können. Zur Ablage des Werkstückes nutzt Du idealerweise eine Werkbank oder Holzböcke. Holzböcke sind günstig und können platzsparend verstaut werden. Solltest Du weder Holzböcke noch eine Werkbank besitzen, kannst Du alternativ einen Küchentisch als Ablage für das Material nutzen.

  3. Holz fixieren
  4. Werkstück fixierenDas Holz wird mit Schraubzwingen an Tisch, Werkbank oder Holzböcken befestigt, damit es bei der Bearbeitung nicht verrutschen kann. Da Schraubzwingen einen hohen Druck auf das Material ausüben, ist es wichtig, einen Holzblock oder eine dicke Pappe zwischen Holz und Zwinge zu klemmen. So verhinderst Du das Entstehen von Druckstellen.

  5. Grobes Schleifen mit 80er Körnung
    Je nach Beschaffenheit des Holzes, schleifst Du zunächst mit einem Schleifpapier mit Körnung 80. Diese Körnung ist noch relativ grob. Falte das Schleifpapier um den Handschleifer und beginne mit fließenden Bewegungen und wenig Druck in Richtung der Holzmaserung zu schleifen. Ein Schleifen mit grobem Papier quer zu der Maserung des Holzes kann zu unschönen Rillen führen!
  6. Nässen des Holzes
    Holz nässenVor allem wenn Dein Möbelstück später behandelt werden soll oder mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, wie beispielsweise eine Kommode im Bad oder ein Küchenschrank, empfiehlt es sich, das Holz vor dem Schleifen mit der nächst feineren Körnung zu nässen. Befeuchte hierfür mit einem Schwamm die Oberfläche Deines Holzes. Durch die Feuchtigkeit quillt das Holz einmalig auf. Nachdem das Holz getrocknet ist, wirst Du sehen, dass die etwas losen Fasern abstehen und Du diese im nächsten Schritt gut abschleifen kannst. Lässt Du diesen Schritt aus beginnen die Fasern abzustehen, wenn das Möbelstück nach Fertigstellung feucht wird oder wenn Du das Holz streichst. Ein erneutes Abschleifen ist vor allem dann ärgerlich, wenn die Oberfläche bereits behandelt ist. Der zusätzliche Zeitaufwand lohnt sich also.
  7. Schleifen mit 120er Körnung
    Die 120er Körnung ist eine mittlere Körnung. Falte das Schleifpapier wieder um den Handschleifer und beginne wieder gleichmäßig und mit wenig Druck in Richtung der Holzmaserung zu schleifen. Entferne nach dem Schleifen den Staub der dabei entstanden ist mit Deinem Staubsauger.
  8. Feinschliff mit 180er und 240er Körnung
    Der Feinschliff erfolgt analog Schritt 2 und Schritt 4. Häufig ist der Feinschliff mit einer 180er Körnung bereits ausreichend. Ob das Holz nun schon ausreichend geschliffen ist oder ob es noch Unregelmäßigkeiten gibt kannst Du am besten herausfinden, wenn Du mit den Fingern über die Platte streichst. Wenn Du keine Unebenheiten mehr spürst ist das Schleifen erfolgreich erledigt und Du kannst das Holz weiter bearbeiten.

Folgende Links sind hilfreich für Dich:

  1. Auswahl der richtigen Schleifpapiers
  2. Nach dem Schleifen: Holz behandeln und färben