Schrauben im Möbelbau

Es gibt sehr viele verschiedene Schraubentypen und es ist selbst für erfahrene Heimwerker nicht immer ganz klar, welcher Schraubentyp zu welchem Zweck eingesetzt werden sollte. Deshalb erklären wir hier die wichtigsten Eigenschaften verschiedener Schraubentypen und welcher Typ in welchem Gebiet eingesetzt werden sollte. Wenn Du Dein Möbelstück mit dem BRETT auf BRETT Möbelplaner geplant hast, findest Du hier auch die richtigen Schrauben, um Stabilisatoren anzubringen, oder die Scharniere für Türen und Teleskopschienen für Schubladen anzubringen.

Wenn Du auf der Suche nach der richtigen Schraube für ein bestimmtes Anwendungsgebiet bist, dann hilft Dir bestimmt auch der BRETT auf BRETT Schraubenfinder weiter!

Ansonsten erklären wir Dir auf dieser Seite die folgenden Eigenschaften von Schrauben, die wichtig für die richtige Anwendung sind und bei Auswahl und Kauf berücksichtigt werden müssen:

  1. Antrieb
  2. Gewinde
  3. Kopfform
  4. Schraubentyp
  5. Material

Außerdem zeigen wir Dir hier noch die folgenden Punkte:

  1. Wann und wie muss ich vorbohren?
  2. Welche Schraube nutze ich für was – im Überblick
  3. So liest man die Verpackungsinformationen beim Kauf von Schrauben

BRETT auf BRETT Schraubenfinder

Der BRETT auf BRETT Schraubenfinder hilft Dir, die richtige Schraube für Dein DIY Projekt zu finden. Beantworte ein paar kurze Fragen und erhalte eine Empfehlung, welchen Schraubentyp Du nutzen solltest.


Erklärung der Grundbegriffe

Elemente einer Schraube mit Bezeichnung

Antrieb der Schraube

Es gibt verschiedene Schraubenantriebe, wobei man mit Antrieb das Muster im Kopf (wie bspw. Kreuzschlitz) oder außen am Kopf (Außensechskant) der Schraube bezeichnet. Grundsätzlich bestimmt der Antrieb, wie Kraft vom Schraubendreher oder Akku-Schrauber auf die Schraube übertragen wird. Es gilt hierbei die Grundregel: Je mehr Fläche ein Antrieb dem Schraubendreher bietet, desto mehr Kraft kann bei gleicher Beanspruchung des Materials im Kopf übertragen werden. Umgekehrt ist die Gefahr des „Ausdrehens“ des Kopfs beim Anziehen der Schraube größer, wenn der Kopf entsprechend wenig Fläche für den Schraubendreher bietet.

Kreuzschlitz

Schraube mit Kreuzschlitz (POSIDRIV)-AntriebKreuzschlitzschrauben (auch in leicht anderer Form POSIDRIV genannt) sind die gängigste Antriebsform und bieten einen recht guten Kompromiss zwischen Kraftübertragung und dem Einsatz gängiger Schraubendreher oder Bits. Auch der Einsatz von bereits leicht abgenutzten Bits führt nicht direkt zum Ausdrehen des Kopfes, erst bei einer stärker abweichenden Passform von Bit oder Dreher zur Schraube besteht die Gefahr, den Kopf unbrauchbar zu machen. Speziell Edelstahlschrauben sind zwar korrosionsbeständig, allerdings deutlich weicher als eloxierte Stahlschrauben, sodass hier der Kopf schneller ausdreht – hier ist die Verwendung von Schrauben mit Innensechsrund zu empfehlen.

Innensechsrund

Schraube mit Innensechsrund (Torx)-AntriebDer Innensechsrund-Antrieb (auch TORX oder als Weiterentwicklung T-STAR plus genannt) überträgt hohe Drehmomente und ist dem Kreuzschlitz technisch überlegen. Er benötigt allerdings zur Nutzung die etwas weniger verbreiteten Torx-Bits für den Akkuschrauber oder spezielle Torx-Schraubendreher. Der Vorteil des Innensechsrund-Antriebs liegt in der senkrechten Vertiefung im Kopf, sodass keine Anpresskraft nötig ist, um größere Kräfte zu übertragen, sowie in der größeren Fläche für die Kraftübertragung. Torx ist eine Marke des Unternehmens Acument, weitere Informationen zur Spezifikation von Torx findest Du hier.

Schlitz

Schraube mit SchlitzantriebSchrauben mit einem einfach Schlitz-Antrieb sind die einfachste Form und bieten die geringste Fläche für die Kraftübertragung und somit den größten Verschleiß beim Schrauben. Schlitzschraube sind aufgrund ihrer einfachen Antriebsform am günstigsten zu fertigen, sollten aber aufgrund der hohen Gefahr der Beschädigung beim Schrauben nicht genutzt werden.

Außensechskant

Außensechskant-Schrauben werden auch Wiener Schrauben oder Schlüsselschrauben genannt. Bei diesen Schrauben handelt es sich um eine spezielle Form von Holzschrauben, die für massive Verschraubungen von größeren Elementen wie bspw. Balken an einem Bettgestell oder bei Projekten im Außenbereich, wie eine Terrassenüberdachung, verwendet werden. Der Sechskantkopf erfordert eine Nuss oder einen speziellen Schraubendreher, ermöglicht aber einfaches und festes Anziehen der Schraube. Aufgrund der üblicherweise relativ hohen Kerndurchmesser der Schrauben, muss das zu befestigende Holzteil, wie auch das Element, an dem es befestigt wird, in der Stärke des Kerndurchmessers vorgebohrt werden. Es ist zu empfehlen, bei Nutzung der Außensechskant-Holzschrauben Unterlegscheiben, am besten Holzbauscheiben, zu verwenden. Vor allem bei Normschrauben mit metrischem Gewinde ist der Außensechskantkopf verbreitet, bei Holzschrauben bildet er eher die Ausnahme. Die Holzschraube mit Außensechskantkopf ist in DIN 571 genormt.

Vollgewinde oder Teilgewinde

Es existieren zwei Grundarten von Holzschrauben – Schrauben mit Vollgewinde und Schrauben mit Teilgewinde. Bei Teilgewindeschrauben beginnt das Gewinde nicht direkt unter dem Schraubenkopf sondern erst nach einem Abschnitt ohne Gewinde. Bei Vollgewindeschrauben beginnt das Gewinde direkt unter dem Schraubenkopf.

Teilgewindeschrauben

Holzschraube mit Teilgewinde

  • Teilgewindeschrauben erreichen bei der Verbindung von zwei Werkstücken eine größere Anpresskraft des zuerst durchschraubten Werkstücks an das zweite Werkstück. Hierfür sollte der Abschnitt ohne Gewinde der Schraube der Stärke des ersten Werkstücks entsprechen, sodass dieses Werkstück nach vollständiger Verschraubung nicht im Bereich des Gewindes liegt.
  • Der Nachteil von Teilgewindeschrauben ist die geringere Tragfähigkeit, die die Schraube bei einem Zug am zuerst durchschraubten Werkstück aufweist. Die Gefahr, dass der Kopf der Schraube durch das Loch gezogen wird ist hier größer als bei einer Vollgewindeschraube.

Vollgewindeschrauben

Holzschraube mit Vollgewinde

  • Beim Einsatz von Vollgewindeschrauben müssen die beiden Element, die miteinander verbunden werden, bei der Verschraubung ohne Luft auf einander aufliegen. Ist das nicht der Fall, entsteht ein Spalt zwischen den Elementen, der durch Anziehen der Schraube nicht mehr geschlossen werden kann und ein Lösen der Schraube und erneutes Verschrauben erfordert.
  • Der Vorteil von Vollgewindeschrauben ist eine höhere Tragfähigkeit der Verbindung auf Zug, da auch das Gewinde der Schraube zusätzlich zum Kopf ein Durchziehen der Schraube durch das Holz verhindert. Die Tragfähigkeit ist hier bis zu 100% größer als bei einer Teilgewindeschraube.
  • Mit einer Vollgewindeschraube kann man durch festeres Anziehen der Schraube keinen erhöhten Anpressdruck zwischen zwei zu verbindenden Elementen herstellen, da lediglich die Versenkung des Kopfes in das erste Teil erreicht wird und keine Zugkraft zwischen Kopf und zweitem Teil entsteht.

Kopfform

Die Form des Schraubenkopfs ist eine weitere relevante Eigenschaft einer Schraube, die über das Einsatzgebiet einer Schraube entscheidet. Am weitesten verbreitet ist der Senkkopf, der genutzt wird, wenn der Kopf der Schraube bündig im Material versenkt werden soll. Es existieren aber weitere Kopfformen, die in verschiedenen Anwendungen, unter anderem beim Möbel selbst bauen, eingesetzt werden. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Kopf umso breiter gewählt wird, je weicher das Material ist und je größer die auftretende Kopfdurchzugskraft (die maximale Kraft, die eine Schraube aushält, bevor sie mitsamt dem Kopf durch das Loch im Werkstück hindurch gezogen wird) ist. Wir haben hier die wichtigsten Kopfformen mit ihren Eigenschaften und Einsatzgebieten zusammengefasst:

Senkkopf

Der Senkkopf wird am häufigsten genutzt und ist optimal geeignet, um den Kopf bündig im Material zu versenken. Der Kopf ist kegelförmig geformt und hat in den meisten Fällen einen Winkel von 90° im Kegelschnitt (d.h. wenn man den Schraubenkopf in der Mitte durchschneiden würde, ergäbe sich ein 90° Winkel zwischen den beiden Schrägen des Senkkopfes). Allerdings sind auch 60° Winkel bei Holzschrauben mit Senkkopf erhältlich. Ein Versenken des Kopfes ist bei Spanplattenschrauben (z.B. bei SPAX-Schrauben) bei einer Anwendung in weicherem Holz meist problemlos möglich. Bei Anwendung von Senkkopfschrauben in Hartholz (z.B. Ahorn, Esche, Bankirai, Kirsche, Teak) ist jedoch ein Vorbohren und Senken anzuraten, damit sich der Kopf tatsächlich bündig versenken lässt.

Rückwandkopf

Der Rückwandkopf trägt seinen Namen aufgrund seiner Anwendung an Rückwänden im Möbelbau, vor allem bei Regalen oder Schränken. Hier werden mit Schrauben mit Rückwandkopf meist dünne Hartfaserplatten, Furnier- oder Sperrholz von hinten an die Möbelstücke als Rückwand angeschraubt. Der Rückwandkopf ist relativ breit und flach und ermöglicht eine große Auflagefläche des Schraubenkopfes auf der Platte. Dadurch verringert man die Gefahr des Durchziehens einer Schraube bei einer Belastung der Platte mit Druck. Da die Hartfaserplatten häufig mit recht geringen Wandstärken verbaut werden, wäre bspw. beim Einsatz einer Senkkopfschraube bei einer Belastung der Rückwand damit zu rechnen, dass sich die Schraube durch das Loch in der Platte durchzieht und damit die Platte ausfranst oder zuerstört. Üblicherweise sind Schrauben mit Rückwandkopf mit einem Gewindeaußendurchmesser von bis zu 5,0 mm erhältlich.

Tellerkopf

Der Tellerkopf bietet ähnlich wie der Rückwandkopf eine breite Auflagefläche der Schraube auf dem zu verschraubenden Material. Dadurch werden die Kopfdurchzugskräfte (die maximale Kraft, die eine Schraube aushält, bevor sie mitsamt dem Kopf durch das Loch im Werkstück hindurch gezogen wird) der Schraube deutlich erhöht. Schrauben mit einem Tellerkopf sind üblicherweise ab einem Gewindeaußendurchmesser von ca. 6,0 mm erhältlich. Ganz grob gesprochen sind Tellerkopfschrauben einfach große Rückwandkopfschrauben. Sie werden bei großen Durchmessern nicht mehr so genannt, da Rückwände mit eher kleinen Gewindeaußendurchmessern geschraubt werden. Grundsätzlich werden Tellerkopfschrauben eher bei Weichhölzern eingesetzt.

Linsenkopf / Senkrundkopf

Der Linsenkopf (auch Senkrundkopf genannt) zeigt bei einem senkrechten Schnitt ein linsenförmiges Profil, d.h. eine Rundung sowohl nach oben (Richtung Antrieb), als auch nach unten (Richtung Schaft). Der Linsenkopf senkt sich demnach auch leicht in das Material ein. Er wird vor allem genutzt, wenn die Schraube einen sichtbaren Akzent setzen soll (bspw. bei Fußleisten) und eine komplette Versenkung in das Material nicht gewünscht ist.

Rundkopf / Pan-Head

Der Rundkopf, oder auch Pan-Head genannt, ist an seiner Unterseite zum Schaft hin komplett flach, sodass sich dieser nicht in das Material einsenkt. Schrauben mit Rundkopf werden genutzt, wenn das Material, in das die Schraube geschraubt wird, nicht eingedrückt werden darf. Beim Schrauben in Holz ist der Rundkopf eher selten, er wird vor allem bei Schrauben im Metall- und Anlagenbau genutzt.

Zylinderkopf

Der Zylinderkopf ist ein sehr schmaler Schraubenkopf, der nur wenig breiter als der Gewindeaußendurchmesser der Schraube ausgeführt ist. Dieser Kopftyp wird vor allem eingesetzt, wenn die Schraube zwei Werkstücke mit einer relativ großen Stärke miteinander verschrauben soll. In diesem Fall ist ein Durchziehen des Kopfes eher unwahrscheinlich, da das Gewinde bereits die auftretenden Zugkräfte in das Material leitet. Der Schraubenkopf muss in diesem Fall wenig bis keine Kraft aufnehmen. Zylinderköpfe sind deshalb relativ schmal ausgeführt, damit sie sich einfach in hartes Material versenken lassen (bspw. beim Terrassenbau aus Bankirai oder Bambusholz).

Material

Üblicherweise sind Schrauben für die Verschaubung von Holzwerkstücken aus Stahl oder Edelstahl gefertigt.

Stahlschrauben

Stahlschrauben sind meistens verzinkt und gelb oder blau passiviert, können hin und wieder aber auch ganz unbehandelt (blank) oder nur verzinkt ohne Passivierung (blank verzinkt) angeboten werden. Passivierung bedeutet, dass die Oberfläche der Schraube gezielt einer chemischen Reaktion unterzogen wird, die für einen Korrosionsschutz sorgt. Im Normalfall sind Stahlschrauben mit einer dünnen Schicht Zink „verzinkt“, die anschließend in einer Reaktion mit meist Chromsäure passiviert werden. Dabei bildet sich eine sehr dünne Materialschicht, die das Innere der Schraube von äußeren Einflüssen abschließt und damit einen Korrosionsschutz erreicht. Je nach Zusatzstoff bei der auch Chromatierung genannten Behandlung, ergibt sich eine unterschiedliche Farbe, die oft gelblich oder bläulich teilweise aber auch bräunlich oder schwarz ausfällt. Passivierte Stahlschrauben sind für den Inneneinsatz gut geeignet.
Etwas weniger verbreitet sind cadmierte (Beschichtung aus Cadmium), verzinnte (Beschichtung aus Zinn), verkupferte (Beschichtung aus Kupfer), vermessingte (Beschichtung aus Messing) oder phosphatierte (zur Passivierung in Phosphat-Lösung getauchte) Schrauben.

Edelstahlschrauben

Im Sinne des Korrosionsschutzes sind Edelstahlschrauben den normalen Stahlschrauben noch einmal weit überlegen. Diese werden gerne für die Montage von Holzterrassen verwendet, da hier die äußeren Witterungseinflüsse meist stark ausgeprägt sind. Edelstahlschrauben sind in der Ausführung A2 und A4 erhältlich, wobei die A4 Schrauben zusätzlich zum „normalen“ Korrosionsschutz auch säure- und seewasserbeständig sind. A4 Schrauben kommen deshalb häufig in Küstengebieten zum Einsatz, aber auch in anderen Einsatzgebieten, bei denen ein Kontakt mit säurehaltigen Flüssigkeiten nicht ausgeschlossen werden kann.

Schraubentypen

Neben den grundsätzlichen Eigenschaften von Schrauben gibt es fest definierte Schraubentypen, die verschiedene Eigenschaften in sich vereinen. Wir stellen SPAX- und Holzschrauben vor, da diese am gebräuchlichsten sind und oft miteinander verwechselt werden.

SPAX-Schrauben

SPAX steht für SPAnplatten-Schraube mit Kreuzschlitz (X) und ist ein geschützter Markenbegriff, der 1967 von der Firma Altenloh, Brinck & Co eingeführt wurde. Die SPAX-Schraube ist selbstschneidend und sowohl mit Vollgewinde als auch als Teilgewinde erhältlich. Am verbreitesten sind die SPAX-Schrauben mit Senkkopf. Inzwischen werden unter dem Markennamen SPAX auch Schraubentypen mit Torx-Kopf anstelle von Kreuzschlitz verkauft. Gemein ist allen SPAX-Schrauben, dass sie die Gefahr von Spleißen oder Aufplatzen des Materials bei Einsatz ohne Vorbohren gegenüber normalen Holzbauschrauben verringern.

Besonderheiten
Die SPAX-Schraube hat im Vergleich zum Außendurchmesser (Durchmesser inkl. Gewinde) einen im Verhältnis kleineren Kerndurchmesser, sodass ein Einschrauben ohne Vorbohren der Löcher einfacher möglich ist. Es wird durch den kleineren Kerndurchmesser weniger Material verdrängt und es muss dadurch ein geringeres Drehmoment beim Einschrauben aufgebracht werden. Zusätzlich sind die ersten Gewindegänge der Schraube leicht gewellt, sodass das Material beim Einschrauben bereits leicht aufgeraut wird und das Einschrauben der hinteren Gewindegänge leichter fällt.

Anwendungsgebiete
Wie der Name (SPAX = SPAnplattenschraube mit Kreuzschlitz (X)) schon sagt, werden SPAX-Schrauben vor allem zur Verbindung von Spanplatten genutzt. Sie eignen sich allerdings auch gut für alle Verbindungen, die ohne eine Mutter auskommen müssen und bei denen ein versenkter Kopf gewünscht ist. Durch das geringere Verhältnis zwischen Außen- und Kerndurchmesser wird auch bei Verschraubungen nahe des Rands des Materials ein Ausreißen oder Aufplatzen verhindert.

Holzschrauben

„Normale“ Holzschrauben unterscheiden sich von SPAX-Schrauben durch einen größeren Kerndurchmesser, der der Schraube höhere Stabilität bzgl. seitlicher Belastung (Scherbelastung) verleiht. Das bedeutet allerdings auch, dass die Gefahr des Aufplatzen von dünneren Werkstücken oder bei Verschraubungen in der Nähe der Kante höher ist. Zusätzlich ist der Kraftaufwand beim Einschrauben höher, da mehr Material verdrängt wird. Aus diesem Grund wird bei Holzschrauben je nach Material, Position der Verschraubung und Schraubendurchmesser empfohlen, zunächst ein Loch an der Position der Verschraubung vorzubohren. Bei Verschraubungen nah am Rand des Werkstücks sollte immer vorgebohrt werden.

Besonderheiten
Die normale Holzschraube benötigt eine Vorbohrung an der Stelle der Verschraubung, um zu verhindern, dass das Holz sich aufspaltet.

Anwendungsgebiete
Holzschrauben sind bei auftretenden seitlichen Belastungen (Scherbelastungen) aufgrund des größeren Kerndurchmessers gegenüber SPAX-Schrauben vorzuziehen.

Schnellbauschrauben

Schnellbauschrauben werden zum Aufbau von Trockenbauwänden genutzt (Gipskarton-Platten). Schnellbauschrauben sind üblicherweise phosphatiert und haben dadurch eine schwarze Oberfläche, die eine Reaktion mit dem Gips in den Gipskarton-Platten verhindert. Die Schrauben sind als Grobgewinde (großer Vortrieb pro Umdrehung) oder Feingewinde (geringerer Vortrieb pro Umdrehung) erhältlich. Grobgewinde werden für die Verschraubung in Unterkonstruktionen aus Holz, Feingewinde für die Verschraubung in Unterkonstruktionen aus Metall genutzt. Zusätzlich sind sie sowohl mit Bohrspitze als auch mit ausgerollter Spitze erhältlich.

Besonderheiten
Schnellbauschrauben sind phosphatiert und haben einen geringeren Korrosionsschutz als verzinkte Schrauben, dafür eine höhere Haftung im Gipsmaterial. Eine weitere Besonderheit ist die Erhältlichkeit mit Feingewinde, welches weniger Vortrieb hat als ein typisches (Grob-)Gewinde einer Holz- oder SPAX-Schraube.

Anwendungsgebiete
Schnellbauschrauben werden im Trockenbau eingesetzt, um Gipskarton-Platten miteinander oder mit einer Unterkonstruktion zu Verschrauben

Vorbohren

Bei der Nutzung von Holzschrauben sollte je nach Härte des Holzes, Position der Verschraubung und Durchmesser der Schraube eine Vorbohrung durchgeführt werden. Das bedeutet, an der späteren Position der Verschraubung wird ein Loch mit einem etwas geringeren Durchmesser als dem Durchmesser des Schraubenkerns gebohrt. Dadurch wird der Schraube das Eindringen in das Material erleichtert, ein geringerer Kraftaufwand für das Einbohren nötig und das Aufplatzen des Holzes verhindert.

Die folgende Tabelle gibt einen Anhaltspunkt für den richtigen Durchmesser einer Vorbohrung je nach Schraubendurchmesser und Materialart:

Gewindeaußendurchmesser (mm) Vorbohrdurchmesser (mm) für Nadelholz 1 Vorbohrdurchmesser (mm) für Laubholz 2
4,0 2,5 3,0
4,5 3,0 3,0
5,0 3,0 3,5
6,0 4,0 4,0
7,0 4,5 5,0
8,0 5,0 6,0
10,0 6,0 7,0
12,0 7,0 8,0

1 Nadelholz: Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne
2 Laubholz: Buche, Eiche, Walnuss

Welche Schraube benutze ich, wenn…

Für einzelne, häufig auftretende Einsatzgebiete haben wir hier die optimale Schraubenwahl zusammengefasst. Das erleichtert die Auswahl und Du musst nicht alle Parameter einzeln definieren.

Aufgabe Schraubentyp Antrieb Gewinde Durchmesser Kopfform Vorbohren
Einschrauben von Teleskopschienen für eine Schublade des BRETT auf BRETT Online Möbelplaners Holzschraube Kreuzschlitz Vollgewinde 2,0-3,0 Tellerkopf ja
Befestigung eines Türscharniers für eine Regal- oder Schranktür im BRETT auf BRETT Online Möbelplaner Holzschraube Kreuzschlitz Teilgewinde 3,0 Tellerkopf ja
Verschraubung von Stabilisatoren an einem Regal aus dem BRETT auf BRETT Online Möbelplaner zur horizontalen Stabilisierung Holzschraube Innensechsrund (Torx) Teilgewinde 4,0 Senkkopf je nach Material
Verschrauben zweier Werkstücke aus Span- oder MDF-Platte bspw. für einen Küchenschrank oder Polstermöbel SPAX-Schraube Innensechsrund Teilgewinde 4,0-7,0 Senkkopf nein
Befestigung einer Rückwand aus Hartfaserplatte oder Furnierholz an einem Möbelstück Holzschraube Kreuzschlitz Teilgewinde 3,0-4,0 Rückwandkopf ja
Verschrauben von Terrassendielen auf einer Beplankung Terrassen-belagschraube Innensechsrund (Torx) Vollgewinde 5,0-6,0 Zylinderkopf ja

Verpackungsinformationen bei Schrauben

Die verschiedenen Schraubenhersteller haben leicht unterschiedliche Formate in denen Informationen über den Inhalt einer Schraubenverpackung aufegdruckt werden. Grundsätzlich sind aber die oben beschriebenen Eigenschaften wie Antrieb, Material, Durchmesser und Länge immer klar erkenntlich dargestellt. Für einige gängige Hersteller findest Du hier eine Erklärung der Symbole und Angaben auf der Verpackung.

Fischer

Verpackungsinformationen bei Fischer-Schrauben

SPAX

Verpackungsinformationen bei SPAX-Schrauben

HECO

Verpackungsinformationen bei HECO-Schrauben