Die richtige Bohrmaschine für jeden Zweck

Wer Möbel selber bauen möchte, muss zwangsläufig das ein oder andere Loch bohren. Egal, ob zum Holzdübel setzen oder zum Vorbohren von Löchern für Schrauben, in jedem Fall wird die richtige Bohrmaschine dafür benötigt. Aber natürlich gibt es auch viele weitere Einsatzzwecke für Borhmaschinen: Bohren verschiedenster Werkstoffe, Schrauben mit einem Akkuschrauber eindrehen, Meißeln von Stein und Beton mit einem Bohrhammer bis hin zum Anmischen von Farbe oder Herstellen von Holzdübeln aus dünnen Leisten.

Welche Bohrmaschine benötige ich?

Wir haben auf dieser Seite die wichtigsten Informationen für die Auswahl und grundsätzlich bzgl. der Funktionsweise von Bohrmaschinen zusammengestellt. Folgende Informationen findest Du hier:

  • BRETT auf BRETT Assistent für die Auswahl einer Bohrmaschine
    Der BRETT auf BRETT Assistent hilft Dir, die richtige Bohrmaschine für den Kauf auszuwählen. Beantworte die kurzen Fragen, und Du erhältst eine Empfehlung für den Kauf einer Bohrmaschine und die Möglichkeit zum Kauf.
  • Kriterien bei der Auswahl einer Bohrmaschine
    Wir erklären, auf welche Dinge Du beim Kauf einer Bohrmaschine achten solltest. Nicht jede Ausstattung ist für alle Zwecke sinnvoll – hier kann man mit etwas Vorsicht viel Geld sparen.
  • Typen und Einsatzzweck von Bohrmaschinen
    Es gibt viele verschieden Typen von Bohrmaschinen. Wir erklären die wichtigsten Typen und ihren Einsatzbereich.
  • Bohrfutter – Zweck und Typen
    Ein Hauptmerkmal für die Funktion und Qualität einer Bohrmaschine ist das Bohrfutter. Wir erklären Dir die Funktion eines Bohrfutters und welche Typen es gibt.
  • Wichtige Ausstattungsmerkmale bei Bohrmaschinen
    Wir zeigen Dir, welche Ausstattungsmerkmale es bei Bohrmaschinen gibt und welche davon sinnvoll sind. Auch hier lässt sich mit der richtigen Auswahl einfach Geld beim Kauf einer Bohrmaschine sparen.

Der BRETT auf BRETT Assistent für den Bohrmaschinen-Kauf

Der BRETT auf BRETT Assistent hilft Dir bei der Auswahl der richtigen Bohrmaschine für Deinen Zweck. Beantworte alle Fragen und Du bekommst eine Empfehlung, welche Bohrmaschinen für Deinen Zweck am geeignetsten sind.


Kriterien bei der Auswahl einer Bohrmaschine

Es gibt einige Dinge, auf die Du bei der Auswahl einer Bohrmaschine – neben der Frage Kabel oder Akku – achten solltest. Wir haben hier die Hauptfaktoren zusammengestellt und erklärt.

Eigenschaft Erklärung Empfehlung
Leistungs­aufnahme Die Leistungsaufnahme bestimmt die maximale Kraft der Bohrmaschine. Grundsätzlich gilt, höhere Leistung gleich höherer Preis gleich höheres Gewicht. Durch die Leistung bestimmt sich auch die maximale Bohrtiefe und der maximale Bohrdurchmesser. Eine gute kabelgebundene Allround-Bohrmaschine sollte eine Leistung von mindestens 600 W haben, um die meisten Aufgaben im Alltag gut erledigen zu können. Bei Akku-Schraubern ist die Leistungsaufnahme meist nicht so relevant, da diese eher zum Schrauben oder Bohren von einzelnen kleineren Löchern eingesetzt werden. Ein guter Bohrhammer sollte an die 800 W Leistung mitbringen, um auch in Stahlbeton oder hartem Naturstein keine Probleme zu bekommen.
Drehzahl Je nach Werkstoff, in den gebohrt wird und je nach Durchmesser des Bohrers, muss mit einer anderen Drehzahl gearbeitet werden. Grundsätzlich gilt: je größer der Bohrer, desto geringer sollte die Drehzahl sein. Grund ist dafür die Geschwindigkeit an der Außenseite des Bohrers, die bei größeren Bohrern bei gleicher Drehzahl höher ist und demnach auch mehr Wärme erzeugt. In Holz sollte mit ca. 700 Umdrehungen / Minute bis 1200 Umdrehungen / Minute (Bohrdurchmesser 12mm bzw. 4mm) gearbeitet werden, bei Metall sind es eher 650 – 2000 Umdrehungen / Minute. Eine deutlich höhere Drehzahl muss eine Bohrmaschine für den normalen Gebrauch nicht leisten. Bohrhammer haben tendenziell eine geringere Drehzahl, da sie für das Hämmern spezialisiert sind und dabei eher über eine höhere Schlagenergie arbeiten. Eine Drehzahl von mehr als 2000 Umdrehungen pro Minute wird in den normalen Anwendungsfällen nicht benötigt.
Schlagzahl Die Schlagzahl gibt bei Schlagbohrmaschinen und Bohrhämmern an, wie viele Schläge pro Minute ausgeführt werden können. Diese Zahl ist meist relativ wenig relevant, da sie bei Bohrhämmern nur zusammen mit der Schlagenergie eine Aussage treffen kann und bei Schlagbohrmaschinen nur zusammen mit dem Druck den der Bohrende ausübt die tatsächlich übertragene Energie ergibt. Sollte bei der Auswahl keine größere Rolle spielen. Bei Schlagbohrmaschinen sind Werte um die 15.000 Schläge / Minute normal; bei Bohrhämmern benötigt man selten mehr als 1.000 Schläge / Minute, wenn gleichzeitig eine Schlagenergie von 2 Joule / Schlag gegeben ist. Ausnahme bilden Abbruchhämmer, die eine deutlich höhere Schlagenergie aufweisen und gleichzeitig weniger Schläge pro Minute erzeugen.
Schlagenergie oder -stärke (nur Bohrhammer) Die Schlagenergie gibt an, mit welcher Energie (d.h. wie stark) ein Bohrhammer seine Schläge ausführt. Eine höhere Energie ist besser, wenn man viele große Löcher bohren (hämmern) muss. Allerdings ist die Bohrung dann auch weniger gut kontrollierbar, d.h. filigrane Arbeiten lassen sich schwieriger durchführen. Ein guter Bohrhammer sollte mindestens ca. 2 Joule Schlagenergie aufweisen. Akku-Bohrhammer sind ab 0,5 Joule empfehlenswerte – Wände reißt man damit allerdings nicht gerade ein.
max. Bohrdurchmesser in Mauerwerk Der maximale Bohrdurchmesser in Mauerwerk gibt in etwa an, welchen Durchmesser man maximal mit dieser Bohrmaschine in Mauerwerk bohren kann. Nicht alle Hersteller geben dies an und diese Zahl ist auch nicht immer verlässlich, da es auch auf Tiefe der Bohrung, genaues Material, Typ des Bohrers und vieles mehr ankommt. Grundsätzlich sollte diese Zahl mit der Leistungsaufnahme steigen. Für eine gute Allround-Maschine sollten 13-14 mm ausreichend sein – damit bekommt man auch noch sehr dicke Dübel in Mauerwerk vorgebohrt. Ein Akku-Schrauber wird selten in Mauerwerk zum Bohren genutzt werden, deshalb ist die Zahl hier nicht so relevant.
max. Bohrdurchmesser in Stahl Der maximale Bohrdurchmesser in Stahl hat dieselbe Bedeutung wie der max. Bohrdurchmesser in Mauerwerk für Bohrungen in Stahl. Für die meisten Anwendungen sollte ein max. Bohrdurchmesser in Stahl von 12mm ausreichend sein.
max. Spannweite Bohrfutter Die maximale Spannweite des Bohrfutters gibt an, welchen Durchmesser ein Bohrer maximal haben darf, damit er in das Bohrfutter passt. Üblich sind hier 13mm, kleiner sollte die maximale Spannweite nicht sein.
Gewicht Das Gewicht wächst mit der Größe des Akkus (bei Akkugeräten) und der Leistungsaufnahme bei kabelgebundenen Geräten. Ein Gewicht von 3-5 kg für eine durchschnittliche gut verarbeitete (mit Metallgetriebe und Metallgetriebegehäuse) Bohrmaschine oder einen Bohrhammer ist normal.
Verarbeitung Die Verarbeitung einer Bohrmaschine und vor allem die genutzten Materialien sind entscheidend für die Langlebigkeit der Maschine. Vor allem beim Getriebe, dem Motor und dem Gehäuse und Griff gibt es große Unterschiede in der Qualität, die sich meist auch im Preis zeigen. Auch die Bohrfutter sind teilweise aus Plastik gefertigt und dadurch deutlich schneller verschlissen. hochwertige Maschinen haben ein Getriebegehäuse aus Metall, teilweise ist auch das komplette Getriebe aus Metall gefertigt und damit deutlich robuster; ebenfalls wichtig sind bei netzgebundenen Geräten Netzkabel aus Gummi und nicht aus Plastik; das Bohrfutter sollte komplett (inkl. der Hülsen) aus Metall gefertigt sein
Sonderausstattungen Zu den Sonderausstattungen haben wir hier einige Tipps zusammengefasst. siehe hier

Bohrmaschinen-Typen

Im nächsten Abschnitt erklären wir Dir die wichtigsten Typen von Bohrmaschinen und wofür diese eingesetzt werden.

Handbohrmaschine

Meistens denken wir beim Wort Bohrmaschine an die elektrische Handbohrmaschine, die ursprünglich von der Firma Fein 1895 erfunden wurde und damit das erste elektrisch betriebene Handwerkzeug überhaupt war. Heute gibt es elektrische Handbohrmaschinen in verschiedensten Ausführungen, auf die wir hier kurz eingehen. Für den absoluten Profibereich seien auch noch die nicht-elektrischen Bohrhämmer erwähnt, die meist mit pneumatischen oder hydraulischem Antrieb bspw. im Bergbau zum Einsatz kommen und wenig mit einer Bohrmaschine wie wir sie kennen gemeinsam haben.

Hier erklären wir die wichtigsten Elemente einer kabelgebundenen elektrischen Handbohrmaschine:

Elemente einer elektrischen Handbohrmaschine

Kabel oder Akku?

Die meisten im Heimwerker- aber auch Profibereich erhältlichen elektrischen Handbohrmaschinen haben eine Energieversorgung mit Kabel oder mit Akku. Geräte mit Akku sind durch dessen Gewicht bei vergleichbarer Leistung deutlich schwerer und die Einsatzzeit je nach Anwendung (bspw. bei einem Bohrhammer) stark begrenzt. Sie eignen sich deshalb durch den geringeren Energieaufwand vor allem zum Schrauben (als Akku-Bohr-Schrauber) oder zum Bohren in Holz und bei begrenztem Einsatz auch in Metall. Natürlich sind sie deutlich flexibler bzgl. des Einsatzortes aufgrund der Unabhängigkeit von einer Steckdose.

Typen von Handbohrmaschinen

Kabelgebundene Handbohrmaschine
Die kabelgebundene Handbohrmaschine ist die klassische Form einer elektrischen Handbohrmaschine mit einem Netzkabel zum Betrieb an einer Steckdose. Die meisten heute verfügbaren kabelgebundene Handbohrmaschinen verfügen über 2-Gang-Getriebe, eine Drehzahlregelung und einen Rechts-/Linkslauf.

Akku-Bohrmaschine
Die Akku-Bohrmaschine ist eine elektrische Handbohrmaschine mit einem (meist Lithium-Ionen)-Akku als Energiequelle. Die Akku-Bohrmaschinen sind bei gleicher Leistung deutlich schwerer als kabelgebundene Handbohrmaschinen. Inzwischen sind auch Akku-Schlagbohrmaschinen und Akku-Bohrhämmer erhältlich.

Schlagbohrmaschine
Eine Schlagbohrmaschine hat zusätzlich zur normalen Bohrfunktion – also der drehenden Bewegung die Möglichkeit, auch eine schlagende Bewegung des Bohrers zuzuschalten. Dabei wird die Schlagbewegung durch eine sich drehende gezackte Scheibe erzeugt. Mit jedem Zacken, der am Bohrfutter vorbeigeführt wird, wird der Bohrer ein Stück nach vorne geführt, was bei schneller Drehung der Scheibe einem Schlag gleicht kommt. Damit kann man mit einer Schlagbohrmaschine auch in festem, porösem Material wie Sandstein oder Mauerwerk deutlich schneller mit weniger Hitzeentwicklung bohren. Im Vergleich zum Bohrhammer ist die Energie der Schläge allerdings gering und die benötigte Drehzahl entsprechend hoch. Schlagbohrmaschinen werden in Leistungen von ca. 400 – 1500 W gebaut.

Bohrhammer
Der Bohrhammer ist eine professionellere Version der Schlagbohrmaschine. Grundsätzlich haben die meisten Bohrhämmer ebenfalls die Möglichkeit, eine „normale“ Bohrung durch Drehung des Bohrers durchzuführen. Zusätzlich wird auch hier – wie bei der Schlagbohrmaschine – eine Funktion zum Schlagen des Bohrers angeboten. Der Schlag wird beim Bohrhammer allerdings durch ein in der Maschine beschleunigtes Gewicht erzeugt, das mit Geschwindigkeit von hinten auf den Bohrer geschlagen wird. Da sich der Bohrer längs im Bohrfutter bewegen kann, überträgt dieser den Schlag auf das zu bohrende Material. Dadurch hat der Schlag deutlich mehr Energie, als bei einer Schlagbohrmaschine und es wird mit geringerer Drehzahl in porösen Materialien gebohrt (dadurch weniger Hitzeentwicklung).

Ständerbohrmaschine

Die Ständerbohrmaschine ist eine senkrechte Bohrmaschine, bei der sich sowohl der Bohrkopf mit Bohrer als auch der Bohrtisch, auf dem das Werkstück liegt, in der Höhe verstellen lassen. Bei einer Bohrung wird üblicherweise aber der Bohrkopf mit dem Bohrer abgesenkt und erzeugt die Bohrung. Der große Vorteil von Ständerbohrmaschinen ist die absolut senkrechte Bohrung, die sich mit Handbohrmaschinen deutlich schwieriger gestaltet. Zusätzlich lassen sich die Werkstücke oft besser auf dem Bohrtisch fixieren. Ein dritter Vorteil ist, dass das Gewicht der Bohrmaschine nicht vom Bediener getragen werden muss. Der Nachteil der Ständerbohrmaschine ist natürlich, dass immer das Werkstück zur Bohrmaschine kommen muss und nicht umgekehrt.

Tischbohrmaschine

Die Tischbohrmaschine entspricht dem Prinzip einer Ständerbohrmaschine, bei der der Bohrtisch nicht höhenverstellbar ist. Zusätzlich ist die Bohrmaschine bei der Tischbohrmaschine auf dem Tisch und nicht auf einem separaten Ständer festmontiert.

Handbohrer und Bohrkurbeln

Handbohrer und Bohrkurbeln (auch Bohrwinden genannt) sind mit der Hand (manuell) angetriebene Bohrgeräte. Diese kommen häufig in Schulen oder Kindergärten zum Einsatz, wo der geringe Anschaffungspreis und die erheblich geringere Verletzungsgefahr eine Rolle spielen.

Eine Bohrkurbel ist eine Kurbel mit einem Bohrfutter an ihrem Ende, in das ein Bohrer eingespannt werden kann. Die Drehung des Bohrer erfolgt dabei nicht übersetzt, d.h. eine Umdrehung der Kurbel erzeugt auch eine Umdrehung des Bohrers. Die erreichbare Drehzahl ist dadurch sehr gering.

Ein Handbohrer ist eine mit der Hand über eine Kurbel betriebene Bohrspindel, die meist eine Übersetzung hat. Dadurch kann mit einer Umdrehung des Kurbelantriebs über ein Getriebe ein Vielfaches der Drehzahl am Bohrfutter erreicht werden.

Kernbohrmaschine

Eine Kernbohrmaschine ist eine auf Kernbohrungen in Gestein oder Mauerwerk spezialisierte Bohrmaschine, bei der mit Diamanten besetzte Bohrer zum Einsatz kommen. Eine Kernbohrung, eigentlich als Kernlochbohrung bezeichnet, ist eine Bohrung, bei der ein kompletter zylinderförmiger Kern aus dem bearbeiteten Material heraus „geschnitten“ wird. Kernbohrmaschinen sind leiser als Bohrhammer und hinterlassen eine deutlich glattere Oberfläche im Bohrloch.

Bohrfutter (auch Spannfutter genannt)

Das Bohrfutter bezeichnet die Vorrichtung, in der der Bohrer fixiert wird. Der Durchmesser der Öffnung des Bohrfutters wird auch Spannweite genannt. Meistens sollen Bohrmaschinen Bohrer mit unterschiedlichen Durchmessern aufnehmen können. Deshalb müssen die Bohrfutter einerseits eine veränderbare Spannweite haben, andererseits den Bohrer mit möglichst großer Kraft fixieren, damit sich dieser nicht durchdreht. Es gibt verschiedene Typen von Bohrfuttern, die wir hier kurz vorstellen.

Zahnkranz-Bohrfutter

Zahnkranz-BohrfutterDas Zahnkranz-Bohrfutter ist das typische Bohrfutter bei elektrischen Handbohrmaschinen, das runde Bohrer aufnimmt und mit einem speziellen Spannschlüssel gespannt wird. Der Hauptbestandteil des Spannfutters sind drei Spannbacken, die beim Spannen in einen Zylinder geschoben werden und damit den Bohrer zentriert zwischen den Backen einspannt. Durch Verwendung des Spannschlüssels kann eine hohe Spannkraft über den Zahnkranz auf dem der Spannschlüssel arbeitet auf die Spannbacken übertragen werden.

Schnellspann-Bohrfutter

Schnellspann-BohrfutterDas Schnellspann-Bohrfutter kommt inzwischen bei fast allen Bohrmaschinen für den Heimwerker-Bereich zum Einsatz. Im Gegensatz zum Zahnkranz-Bohrfutter ist kein Spannschlüssel notwendig, um das Futter zu spannen. Beim Schnellspann-Bohrfutter wird eine äußere Hülse mit der Hand gedreht und diese Drehbewegung über eine Übersetzung (ein kleines Getriebe) in eine langsamere Drehung mit größerer Kraft überführt. Durch die Drehung werden wieder wie beim Zahnkranz-Bohrfutter die Spannbacken nach vorne oder hinten gezogen. Trotz hoher Spannkräfte lässt sich ein Schnellspann-Bohrfutter problemlos von wieder öffnen.

SDS (Steck-Dreh-Sitz, Spannen durch System, Special Direct System)

SDS-BohrfutterDas SDS-Bohrfutter kommt vor allem bei Bohrhämmern zum Einsatz. Beim Bohrhammer muss sich der Bohrer nicht nur drehen, sondern natürlich auch längs (d.h. nach vorne und hinten) bewegen können. Aus diesem Grund ist ein herkömmliches Bohrfutter mit Spannbacken nicht geeignet, da diese den Bohrer fest in Längsrichtung in das Bohrfutter einspannen. Das SDS Bohrfutter spannt Bohrer deshalb nicht durch Kraftschluss (es wird der Bohrer mit Kraft eingeklemmt) sondern durch Formschluss (der Bohrer kann sich aufgrund seiner Form nicht gegen das Bohrfutter verdrehen) ein. Dazu haben SDS Bohrer längliche Vertiefungen (Nuten), in die balkenförmige Erhebungen im Bohrfutter eingreifen und darüber die Kraft der Drehung auf den Bohrer übertragen.

Ausstattungsmerkmale von Bohrmaschinen

In diesem Abschnitt beschränken wir uns auf elektrische Handbohrmaschinen und erklären die wichtigsten Ausstattungsmerkmale, auf die Du bei der Anschaffung achten solltest.

Eigenschaft Erklärung Empfehlung
Gangschaltung oder Getriebe Die meisten Bohrmaschinen verfügen über ein 2-Gang Getriebe, mit dem man die maximale Drehzahl der Maschine verändern kann. Bei gleicher Leistung aber höherer maximaler Drehzahl hat die Maschine durch die Übersetzung weniger Kraft und umgekehrt. unbedingt notwendig!
Drehzahlregelung Mit einer Drehzahlregelung (auch Drehzahlvorwahl) kann man an unabhängig vom Getriebe oder Gang die maximale Drehzahl der Bohrmaschine einstellen. Diese wird im Leerlauf erreicht, wenn man den Einschalter komplett durchdrückt, d.h. die Bohrmaschine läuft in keinem Fall schneller als diese eingestellte maximale Drehzahl. Eine Drehzahlregelungen ist bei fast allen Bohrmaschinen Standard. unbedingt notwendig!
Rechts-/Linkslauf bzw. Drehrichtungsschalter Mit einem Drehrichtungsschalter für Rechts-/Linkslauf wird der Motor der Bohrmaschine umgepolt und die Maschine läuft in entgegengesetzter Drehrichtung. Vor allem bei Nutzung zum Schrauben oder zum Freidrehen von verkanteten Bohrern ist dies unbedingt notwendig. unbedingt notwendig!
Konstant-Elektronik Eine Konstant-Elektronik (auch Drehzahl-Elektronik oder Drehzahlregulierung) sorgt dafür, dass bei steigender Beanspruchung der Bohrmaschine die Drehzahl konstant bleibt. Das bedeutet: Muss die Bohrmaschine härter arbeiten, erhält der Motor eine höhere Spannung, damit die Drehzahl unverändert bleibt. Für das reine Bohren von Löchern ist diese Funktion nicht unbedingt nötig, zum Schrauben ist sie sehr angenehm. sollte vorhanden sein!
Tiefenstopp Ein Tiefenstopp (auch Tiefenanschlag) ist eine dünner an der Bohrmaschine angebrachte Leiste, die bis über das Bohrfutter nach vorne ragt. Diese Leiste kann so eingestellt werden, dass sie bei einer bestimmten Bohrtiefe das Werkstück erreicht und damit verhindert, dass die Bohrmaschine weiter eindringt. Voraussetzung ist dafür, dass die Bohrung senkrecht zum Werkstück erfolgt. kann nicht schaden!
Zusatzhandgriff Ein Zusatzhandgriff ist bei den meisten kabelgebundenen Handbohrmaschinen vorhanden, um diese mit beiden Händen halten zu können. Gerade beim Bohren in Metall oder beim Bohren mit Schlagfunktion ist ein Zusatzhandgriff unerlässlich, um Gewicht und Kraft aufnehmen zu können. bei kabelgebundenen Bohrmaschinen und Bohrhämmern unbedingt notwendig!
Schnellabschaltung bzw. Kickback-Control Es kann immer vorkommen, dass sich ein Bohrer plötzlich verkantet und sich die Bohrmaschine dadurch auf einmal schnell dreht. Hält man die Maschine in diesem Moment nicht gut mit beiden Händen fest, kann es schnell zu Verletzungen – oftmals im Gesicht – kommen. Die Schnellabschaltung sorgt dafür, dass ein Sensor die plötzliche Drehung der Bohrmaschine um ihre Bohrachse bemerkt und sofort den Motor abschaltet. Durch die schnelle Reaktion können Verletzungen vermieden werden. sehr sinnvoll, wenn man es sich leisten kann!