Holzdübel beim Möbelbau

Holzdübel sind ein Hauptbestandteil im Möbelbau, um verschiedene Elemente mit einander zu verbinden. Der heute breiter – z.B. auch für Spreizdübel oder Kunststoffdübel – genutzte Begriff Dübel stammt auch tatsächlich vom Holzdübel ab, obwohl sich Holzdübel von Dübeln auch in der Funktion unterscheiden. Holzdübel stellen selbt eine Verbindung zwischen Bauelementen her, während andere Dübelarten dazu dienen, mit einer Schraube ein bestimmtes Element verbinden zu können. Wir konzentrieren uns hier auf Holzdübel, da auch im BRETT auf BRETT Online-Möbelplaner die meisten Verbindungen Deiner selbst geplanten Möbelstücke beim Aufbau mit Holzdübeln ausgeführt werden. Es gibt verschiedene Typen von Dübeln, deren Nutzung und Eigenschaften wir hier vorstellen möchten:
  1. Geriffelte Runddübel
  2. Glatte Runddübel
  3. Lamellendübel
  4. Winkeldübel
  5. Quelldübel
  6. Individualdübel
Um qualitativ hochwertige Verbindungen mit Dübeln herzustellen, gibt es einige Tricks und auch Werkzeug, das Dir hilft, schnell und präzise zu arbeiten. Damit Deine Verbindungen optimal halten, ist die richtige Dübelwahl entscheidend, hier findest Du eine Anleitung:
  1. Dübel je nach Holzstärke und -art
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Grundsätzliche Anwendungsgebiete für Holzdübel

Holzdübel werden meist verwendet bei Gehrungsverbindungen von einzelnen Elementen, bspw. um einen Korpus zu bauen, und bei stumpfen Stößen sowie Rahmeck- und T-Stößen. Ein Beispiel sind die Eckverbindungen von Schubladen oder auch die Verbindung von waagerechten mit Senkrechten Brettern bei einem Regal. Holzdübel werden sowohl zur Verbindung von Bauteilen aus Massivholz aber auch aus Verbundholz (bspw. Leimholzplatten oder Multiplex-Platten) genutzt. Für die Anwendung in Span- und Faserplatten werden zunehmend auch Runddübel mit Verleimung genutzt, aufgrund der größeren Flächen und höheren Festigkeit werden hierfür eher Lamellendübel eingesetzt.

Geriffelte Runddübel

Geriffelte Runddübel Geriffelte Runddübel sind die bekanntesten Dübel und werden auch oft bei Fertigmöbeln beigelegt und im Baumarkt angeboten. Für die meisten Verbindungen, die nicht an Sichtkanten erfolgen, sind geriffelte Runddübel die richtige Wahl. Der geriffelte Runddübel wird zur Verbindung von zwei Elementen in vorgebohrte, genau aufeinander passende Löcher in den beiden zu verbindenden Elementen eingesetzt. Er stellt durch die Reibung zwischen Dübel und Bauteil eine Verbindung der beiden Bauteile her. Bei Bedarf kann die Festigkeit der Verbindung durch zusätzliche Verleimung erhöht werden. Die Riffelung (gerade oder rotierend) hat den Vorteil, dass sich Leim gleichmäßiger auf die gesamte Oberfläche des Dübels verteilen kann, indem er beim Einsetzen in das Bohrloch nicht abgestreift wird sondern durch die Riffelung fließt. Die leicht angeschrägten Enden der Runddübel (auch gefaste Enden genannt), die bei Fertigdübeln (d.h. bereits auf die richtige Länge zugeschnitten) bereits vorhanden sind, ermöglichen ein besseres Einsetzen in das Bohrloch.

Geriffelte Runddübelstange zum Ablängen Grundsätzlich werden die geriffelten Runddübel sowohl als Fertigdübel in bereits zugeschnittenen Längen oder als Dübelstangen zum Abschneiden der richtigen Länge angeboten. Bei Dübelstangen müssen die Enden natürlich, wenn gewünscht, noch nachträglich angeschrägt werden.

Folgende Größen von geriffelten Runddübeln sind als Fertigdübel üblich und im Handel erhältlich (mit Klick auf „ja“ erhaltet Ihr die Möglichkeit zum Kauf):
Länge (mm) ∅ 5mm ∅ 6mm ∅ 8mm ∅ 10mm ∅ 12mm ∅ 14mm ∅ 16mm
25 ja nein ja nein nein nein nein
30 ja ja ja ja nein nein nein
35 nein ja ja ja nein nein nein
40 ja ja ja ja ja nein nein
50 nein nein ja ja ja ja nein
60 nein ja ja ja ja ja ja
70 nein ja ja ja ja ja ja
80 nein nein nein nein ja ja ja
100 nein nein nein nein ja ja ja
120 nein nein nein nein ja ja ja
140 nein nein nein nein nein ja ja
160 nein nein nein nein nein nein ja

Glatte Runddübel

Glatte Runddübelstangen Neben geriffelten Holzdübeln, sind auch glatte Holzdübel sehr verbreitet. Glatte Holzdübel werden vor allem genutzt, wenn die Dübelverbindung im fertiggestellten Möbelstück an einer Sichtkante zu sehen sein wird. Hier sind glatte Dübel optisch etwas schöner, da die Riffel der Riffeldübel keine ganz glatte Oberfläche ergeben. Der Nachteil der glatten Runddübel gegenüber dem geriffelten Runddübel ist die schlechtere Aufnahmefähigkeit von Leim.

Glatte Holzdübel können in verschiedenen Längen und Durchmessern im Handel gekauft werden. Zusätzlich sind auch längere Dübelstangen zum individuellen Ablängen erhältlich.

Lamellen- oder Flachdübel

Flachdübel Flachdübel sind linsenförmige Holzplättchen, meist aus Buchenholz oder Holzfasern gefertigt, und übernehmen dieselbe Funktion wie Runddübel. Flachdübel werden auch Lamellendübel genannt, da sie in den Oberflächen kleine Lamellen eingepresst haben, die für eine bessere Aufnahme von Holzleim sorgen. Flachdübel können sowohl bei stumpfen wie auch bei Gehrungsverbindungen genutzt werden. Ihr Vorteil besteht in der größeren Fläche, die sie mit sich bringen und die dadurch besser verteilte Kraft bei Belastung der Verbindung. Zusätzlich müssen sie dadurch weniger tief in das Holz eingelassen werden, was speziell bei Gehrungsverbindungen oft nicht möglich ist. Der Nachteil besteht darin, dass man zur Nutzung der Flachdübel eine Fräse benötigt, mit der man die Nut in den Werkstücken einfräst, in die der Dübel dann versenkt wird.

Winkeldübel

Eine seltenere Form ist der Winkeldübel der um 90 Grad abgewinkelt ist und meist bei Gehrungsverbindungen eingesetzt wird. Winkeldübel sind aus Holz, aus Kunststoff oder aus Metall erhältlich.

Winkeldübel mit BolzenWinkeldübel aus Metall werden üblicherweise in die vorgebohrten Löcher in der Gehrungsverbindung eingesetzt und an einer Seite durch einen Bolzen mit Verschraubung fixiert.

Winkeldübel mit Bolzen Dazu wird an einer Seite ein Bolzen durch ein Quer zum Dübel gebohrtes Loch in das Werkstück eingeführt. In diesen Bolzen wird der Winkeldübel eingesteckt und eine Schraube fixiert dann den Dübel im Bolzen. Dies sorgt für sehr stabile Gehrungsverbindungen. Von außen ist der Bolzen und die Schraube im Möbelstück ersichtlich, weshalb aus ästhetischen Gründen Winkeldübel aus Metall häufig nicht eingesetzt werden.

Winkeldübel aus Holz oder Kunststoff werden ebenfalls in vorgebohrte Löcher in die Gehrungsverbindung eingesteckt. Die Dübel werden mit Holzleim bestrichen, um eine sichere und feste Verbindung herzustellen. Anschließend werden die Winkeldübel in das erste Werkstück eingesetzt und dann das zweite Werkstück angepresst und mit Schraubzwingen zum Aushärten des Leims fixiert.

Quelldübel

Quelldübel sind ebenso wie die Riffeldübel Dübel aus Holz. Die Besonderheit bei Quelldübeln sind die quer angebrachten Rillen, die durch das Pressen bzw. Verdichten der Holzoberfläche entstehen. Diese eingepressten Rillen erlauben einerseits eine gute Verteilung des aufgebrachten Leims. Zusätzlich quellen bei der Zugabe von Leim die Holzfasern auf und es entsteht ein zusätzlicher Druck im Bohrloch, durch den die Verbindung nochmals weiter verfestigt wird. Eine deutlich erhöhte Festigung gegenüber einer Verbindung mit Riffeldübeln ist das Ergebnis. Deshalb findet der Quelldübel seinen Einsatz hauptsächlich bei der Verleimung von Vollholz, unter anderem beim Gestellbau, und insgesamt überall dort, wo ein hoher Anspruch bezüglich der Ausziehfestigkeit an die Verbindung gestellt wird.

Individualdübel

Nicht jeden Typ oder jede Abmessung an Dübeln findet man im Fachhandel. Speziell Dübel aus bestimmten Materialien sind oft nicht als Standard im Fachhandel zu bekommen. Oftmals – speziell bei Sichtverbindungen beim Möbel selber bauen – soll der Dübel aus ästhetischen Gründen aus einem speziellen Material gefertigt sein. Um solche individuellen Dübel selbst anfertigen zu können, benötigt man spezielles Werkzeug.

Winkeldübel mit BolzenMit dem Dübeleisen kann man aus rechteckigen Holzleisten eigene Runddübel herstellen. Das Dübeleisen besteht aus gehärtetem Stahl und besitzt verschiedene Bohrungen in der Stärke der gewünschten Dübel. Die Löcher haben scharfe Kanten und Löcher und schneiden aus einer rechteckigen Leiste einen runden Dübel heraus. Dazu spannt man eine bereits ungefähr auf Maß zugeschnittene Holzleiste in eine Bohrmaschine ein und treibt diese dann mit hoher Drehzahl durch das Loch im Dübeleisen. Dabei schneidet das Eisen einen runden Stab aus dem Holz.

Winkeldübel mit BolzenEine Alternative zum Dübeleisen ist der Dübelstabschneider, der wie ein großer Bleistiftspitzer funktioniert und durch den ebenfalls ein Rundstab mit größerem Durchmesser oder eine Quadratleiste (d.h. eine grob zugeschnittene rechteckige Holzleiste) in einen Rundstab mit gewünschtem Durchmesser geschnitten wird.

Winkeldübel mit BolzenMit einem Durchschlageisen kann aus einem glatten Runddübel im Anschluss ein Riffeldübel hergestellt werden. Das Durchschlageisen ist eine gehärtete Metallplatte mit Bohrungen, die zusätzlich in einem geriffelten Muster gefräst sind. Der mit dem Dübeleisen geschnittene Rundstab mit einem Hammer durch das Loch des Durchschlageisen getrieben und erhält damit die typische Riffeloberfläche.

Der richtige Holzdübel je nach Holzstärke und Holzart

Damit die Verbindung der Werkstücke optimal hält, sollten die Maße des Dübels zum verarbeiteten Holz und dessen Stärke passen. So gehst Du bei der Auswahl der Dübel vor:

Durchmesser
Der Durchmesser des Dübels sollte grundsätzlich in etwa die Hälfte der Stärke des verarbeiteten Holzes betragen. Bei geringen Holzstärken von weniger als 12mm sollte der Durchmesser des Dübels bei Span- und Faserplatten eher 1/3 der Holzstärke betragen
Länge
Die Länge des Dübels sollte bei allen Verbindungen mindestens der Stärke des verarbeiteten Holzes entsprechen. Bei sehr geringen Holzstärken sollte die Länge eher das zwei- bis dreifache der Stärke betragen.